Der Klassiker der Messtechnik ist das Handmultimeter. Diese einfachen Messgeräte erfassen Strom und Spannung mit wenigen Handgriffen. Zwar liefern Multimeter im Gegensatz zu Oszilloskopen nur Momentwerte, sind dafür aber sehr leicht zu bedienen. Multimeter gibt es als Handgeräte für den mobilen Einsatz sowie als Tischgeräte für das Labor. Die besten Messgeräte und alles Wissenswerte stellen wir hier im Test vor.

Multimeter Test: beliebte Geräte
Produkt Multimeter Test: beliebte Geräte Multimeter Test: beliebte Geräte Multimeter Test: beliebte Geräte Multimeter Test: beliebte Geräte Multimeter Test: beliebte Geräte Multimeter Test: beliebte Geräte Multimeter Test: beliebte Geräte
Name

Voltcraft VC 11

Hama EM393b

Holdpeak HP-760B

Voltcraft VC 155

Voltcraft VC 175

Unitrend UT 803

Voltcraft VC611BT

Typ

Handmultimeter

Handmultimeter

Handmultimeter

Handmultimeter

Handmultimeter

Tischmultimeter

Tischmultimeter

Cat

Cat III 250V

Cat II 250V

Cat III 1000V

Cat III 600V

Cat III 600V

Cat II 1000V

Cat II 600V

Lieferumfang

2 Batterien LR44

Anleitung

9V Block

Messleitungen

Messleitungen

Thermofühler

Anleitung

Messleitungen

Thermofühler

9V Block

Messleitungen

9V Block

Anleitung

Messleitungen

Temperaturfühler

Kabel

Anleitung

Messleitungen

Temperaturfühler

Kabel

Anleitung

Handbuch Link Link Link Link Link Link Link
Auflösung

2000 Counts

2000 Counts

2000 Counts

2000 Counts

4000 Counts

6000 Counts

6000 Counts

Messrate

2-3 Hz

2-3 Hz

2-3 Hz

2-3 Hz

Betrieb

0°C-40°C

max 80% rel. Feuchte

0°C-40°C

0°C - 40°C

max 75% rel. Feuchte

0°-40°C

max 75% rel. Feuchte

0°-40°C

max 75% rel. Feuchte bis 30°C

0°-40°C

max 75% rel. Feuchte

0°-40°C bei <75% rel. Feuchte

30°-40°C bei <50% rel. Feuchte

Gewicht

80g

320g

200g

200g

2kg

2kg

Eingangswiderstand

>1MOhm

>10MOhm

>10MOhm

10MOhm-3000MOhm

10MOhm

Spannung DC

200mV ±(1,5% + 2 Counts)

2000mV-250V ±(2,5% + 2 Counts)

200mV ±(0,5% + 5 Counts)

2V-200V ±(0,8% + 5 Counts)

250V ±(1,0% + 5 Counts)

200mV-200V ± (0,5% + 8 Counts)

1000V ± (1,5% + 8 Counts)

200mV-200V ± (0,5% + 8 Counts)

600V ± (0,8% + 8 Counts)

4V-600V ± (0,8% + 8 Counts)

600mV ± (0,6% + 2 Counts)

6V-600V ± (0,3% + 2 Counts)

1000V ± (0,5% + 3 Counts)

600mV ± (0,6% + 8 Counts)

6V-600V ± (0,3% + 8 Counts)

Spannung AC

200-250V ±(2,5% + 9 Counts)

250V ±(1,2% + 10 Counts)

2V-200V ± (1,5% + 10 Counts)

700V ± (2,5% + 10 Counts)

200-600V ± (1,6% + 4 Counts)

400mV ± (2,0% + 10 Counts)

4V-600V ± (1,6% + 4 Counts)

600mV-600V ± (0,6% + 5 Counts)

1000V ± (1,2% + 3 Counts)

alle Angaben bei niedrigen Frequenzen

600mV-6V ± (1,0% + 10 Counts)

60V ± (2,5% + 10 Counts)

600V ± (1,0% + 10 Counts)

gilt für kleine Frequenzen

Strom DC

2000µA-200mA ±(2,5% + 9 Counts)

200µA-20mA ±(1,0% + 5 Counts)

200mA ±(1,2% + 5 Counts)

10A ±(2,0% + 5 Counts)

2mA-20mA ± (0,8% + 8 Counts)

200mA ± (1,2% + 8 Counts)

20A ± (2,0% + 8 Counts)

2000µA-200mA ± (1,3% + 3 Counts)

200mA ± (1,5% + 8 Counts)

10A ± (2,6% + 7 Counts)

400µA-4000µA ± (1,3% + 3 Counts)

40mA-400mA ± (1,6% + 2 Counts)

4A-10A ± (2,0% + 10 Counts)

600µA-60mA ± (0,5% + 3 Counts)

600mA ± (0,8% + 3 Counts)

10A ± (1,2% + 3 Counts)

600µA-60mA ± (0,7% + 5 Counts)

600mA ± (1,0% + 8 Counts)

10A ± (1,8% + 3 Counts)

Strom AC

2mA ± (1,0% + 8 Counts)

20mA ± (2,0% + 8 Counts)

20A ± (3,0% + 8 Counts)

400µA-4000µA ± (1,6% + 5 Counts)

40mA-400mA ± (2,0% + 8 Counts)

4A-10A ± (2,6% + 4 Counts)

600µA-600mA ± (1,0% + 5 Counts)

10A ± (2,0% + 6 Counts)

alle angaben bei niedrigen Frequenzen

600µA-600mA ± (2,0% + 10 Counts)

10A ± (3,0% + 10 Counts)

gilt für kleine Frequenzen

Widerstand

200Ohm-2000kOhm ±(2,5% + 5 Counts + 3 Ohm)

200Ohm ±(1,0% + 5 Counts)

2000 - 200kOhm ±(0,8% + 5 Counts)

2000kOhm ±(1,2% + 5 Counts)

200Ohm ± (1,5% + 15 Counts)

2kOhm-200kOhm ± (0,8% + 8 Counts)

20MOhm ± (2,5% + 15 Counts)

200Ohm-200kOhm ± (1,0% + 10 Counts)

20MOhm ± (1,3% + 7 Counts)

400Ohm ± (1,6% + 3 Counts)

4kOhm-400kOhm ± (1,3% + 3 Counts)

4MOhm ± (1,5% + 10 Counts)

40MOhm ± (2,0% + 8 Counts)

600Ohm ± (0,8% + 3 Counts)

6kOhm-600kOhm ± (0,5% + 2 Counts)

6MOhm ± (0,8% + 2 Counts)

60MOhm ± (1,2% + 3 Counts)

600Ohm ± (0,8% + 3 Counts)

6kOhm-600kOhm ± (0,8% + 5 Counts)

6MOhm ± (1,2% + 5 Counts)

60MOhm ± (1,8% + 15 Counts)

Kapazität

2nF-2µF ± (2,5% + 20 bis 25 Counts)

200µF ± (6,5% + 25 bis 55 Counts ab 100µF)

40nF ± (4,0% + 3 Counts)

400nF-40µF ± (4,0% + 3 Counts)

100µF ± (5,0% + 10 Counts)

6nF-60nF ± (2,5% + 5 Counts)

600nF-60µF ± (2,0% + 5 Counts)

600µF ± (3,0% + 4 Counts)

6mF ± (5,0% + 4 Counts)

6nF-60µF ± (4,0% + 5 Counts)

600µF ± (5,0% + 8 Counts)

6mF ± (8,0% + 10 Counts)

Frequenz

200kHz-100Hz ± (3,0% + 15 Counts)

10Hz-10MHz ± (0,7% + 4 Counts)

6kHz-60MHz ± (0,1% + 3 Counts)

6kHz-60MHz ± (0,1% + 10 Counts)

Temperatur

-40°-1000°C ± (1,5% + 15 Counts ab 400°C)

-40-0°C ± (1,0% + 10 Counts)

0-1000°C ± (3,3% + 4 Counts)

100-1000°C ± (3,9% + 4 Counts)

-40-0°C ± (8,0% + 5 Counts)

0-400°C ± (1,0% + 3 Counts)

400-1000°C ± (3,9% + 4 Counts)

-40-0°C ± (12,0% + 10 Counts)

0-400°C ± (2,5% + 8 Counts)

400-1000°C ± (3,0% + 5 Counts)

Diodentest

1,3V@0,9mA

ja

ja

<10 Ohm

<10 Ohm

10mV Auflösung

10mV Auflösung

Durchgangsprüfung

Diodentest

Diodentest

Diodentest

Diodentest

Diodentest

1 Ohm Auflösung

1 Ohm Auflösung

Displayleuchte

ja

ja

ja

ja

ja

Sicherung

Flink F500mA/250V

Flink 500mA/250V

Flink 250mA/250V

Flink 10A, 250V

Flink 200mA/250V

Flink 20A/250V

Flink 200mA/600V

Flink 10A/600V

Flink 500mA/600V

Flink 10A/600V

Flink 500mA/600V

Flink 10A/600V

Flink 500mA/1000V

Flink 10A/1000V

Flink 125mA/250V

Besonderheiten

Rechteckgenerator 65 Hz, Messkabel fest verbaut

Rechteckgenerator

Hold-Funktion

Transistortest

Temperaturmessung

Taschenlampe

Hold-Funktion

Berührungsloser Spannungssucher

Taschenlampe

Hold-Funktion

Berührungsloser Spannungssucher

Transistortest

Hold-Funktion

MinMax-Funktion

Batteriebetrieb möglich

RS232 Schnittstelle

Hold-Funktion

MinMax-Funktion

Batteriebetrieb möglich

Bewertung
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84%
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92%
Preis  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Shop

Worauf sollte man beim Multimeter-Kauf achten: Wichtige Testkriterien

Relevante Kaufkriterien für Multimeter sind zum einen natürlich die Art und Größe des Geräts. Soll es für den Einsatz unterwegs geeignet sein oder doch eher als Tischgerät für zu Hause. Welche Funktionen soll das Multimeter abdecken? Üblich sind Strom, Spannung und Widerstand, oft können auch Dioden getestet werden. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Messbereich. Will man nur Kleinspannungen messen oder auch im hohen Voltbereich arbeiten. Für Kleinspannungen kann man durchaus zum günstigen Gerät greifen, wenn die Genauigkeit nicht von höchster Bedeutung ist. Für Spannungen über 250 Volt sollte man ein Markengerät wählen, allein aus Sicherheitsgründen. Im Folgenden informieren wir über die wichtigsten Kriterien für den Multimeter Test.


Messkategorie (CAT)

  • CAT I: Messung an batteriebetriebenen Geräten
  • CAT II: Messung an Stromkreisen mit Niederspannung / Haushaltsgeräte
  • CAT III: Messung innerhalb der Gebäudeinstallation
  • CAT IV: Messung an Niederspannungfreileitung / Hausanschluss

Multimeter sind in Messkategorien aufgeteilt, von denen es vier Stück gibt. Kategorie 1 bzw. bei keiner Kennzeichnung ist das Gerät nur für Messungen an batteriebetriebenen Geräten mit niedriger Spannung geeignet. Mit solch einem Multimeter kann man Spielzeugautos reparieren, jedoch keine Lampen oder Steckdosen installieren. Dafür benötigt man mindestens die Kategorie II, die für Messungen in der Wohnung spezifiziert ist. Kategorie III erlaubt Messungen innerhalb der Gebäudeinstallation wie z. B. Verteilerkästen. Die höchste Kategorie IV eignet sich für Niederspannungsinstallationen wie Stromzähler und Hauptanschluss.

Neben den Kategorien gibt es zudem noch drei Spannungsklassen: 300 Volt, 600 Volt oder 1000 Volt. So kann ein Kategorie III-Multimeter also nicht automatisch 1000V messen, sondern nur dem vom Hersteller spezifizierten Wert. In der Multimeter Test-Tabelle oben auf der Seite finden man Hinweise für den maximalen Messbereich.


Funktionsumfang und Anleitung

Funktionsumfang Multimeter.

Funktionsumfang eines handelsüblichen Multimeters.

Ebenfalls wichtig ist der Funktionsumfang des Multimeters. Standardfeatures sind Spannungsmessung, Strommessung sowie Widerstandsbestimmung. Weitere Funktionen sind Durchgangsprüfung, Diodentest, Kapazität, Temperatur, Transistortest, Frequenzmessung und Induktivitätsmessung.


Spannung messen

Jedes Multimeter verfügt über einen Spannungsmessfunktion und für eine einfache Spannungsmessung ist das Multimeter die richtige Wahl. Beim Kauf sollte man lediglich bedenken, welche maximale Spannung man erfassen möchte und wie genau man diese messen möchte. Häufig findet man eine Abstufung in Faktor 10x-Schritten. Demnach hat man Messbereiche in Schritten von z.B. 200 Volt, 20 Volt, 2 Volt und 200 Millivolt. Wie im Abschnitt Erklärung und Funktionsweise erläutert werden die Messbereiche intern durch eine Widerstandskette erreicht. Mit dem Drehschalter des Multimeters koppelt man den passenden Vorwiderstand aus und stellt den Messbereich via Spannungsteiler ein. Nach außen hin ist dieses Vorgehen völlig transparent, da das Multimeter die entsprechenden Umrechnungen vornimmt und den Messwert anzeigt.

Einstellung Multimeter zum Spannung messen.

Einstellung Multimeter zum Spannung messen.

Wie misst man nun eine Spannung? Man stellt das Multimeter auf die maximal zu erwartende Spannung. In dem Beispiel hier wird die Spannung und der Strom einer LED-Taschenlampe gemessen. Da die LED-Leuchte mit 3 AAA-Batterien betrieben wird (Reihenschaltung), erwartet man maximal 4,5 Volt Spannung. Der kleinste passende Messbereich des Multimeters ist 20V, demnach stellt man in diesem Beispiel das Multimeter auf 20V ein. Die Messleitungen werden auf COM (schwarz) und V (rot) gesteckt.

Kontaktieren mit Messspitzen und Ablesen der Spannung.

Die Messspitzen werden mit dem Prüfling kontaktiert. Die rote Spitze wird mit dem Pluspol verbunden, die schwarze Spitze mit dem Minuspol. Die Spannung wird auf dem Multimeter abgelesen.

Mit den Messspitzen kontaktiert man nun das Batterie-Element der Taschenlampe. Das Multimeter zeigt eine Spannung von 4,3 Volt.


Strom messen

Einstellung Multimeter zum Strom messen.

Einstellung Multimeter zum Strom messen.

Nach dem gleichen Prinzip arbeitet auch die Strommessung. Mit dem Drehschalter stellt man den gewünschten Messbereich ein. Häufig muss man jedoch den Pluspol des Multimeters umstecken, um den Strom messen zu können. Die entsprechende Buchse ist meistens mit 'mA' beschriftet. Bei Messgeräten mit größeren Messbereichen gibt es oft eine zweite Buchse für Ströme im Ampere-Bereich. Je nach Messbereich muss man die passende Buchse wählen. Der Hintergrund ist, dass jede Buchse mit einer entsprechenden Sicherung abgesichert ist. Aus diesem Grund muss man manuell umstecken.

Kontaktierung der Messspitzen zum Messen eines Stromes.

Kontaktierung der Messspitzen zum Messen eines Stromes.

In dem Beispiel hier soll der Stromfluss einer Taschenlampe bestimmt werden. Dazu setzt man das Batterieelement (siehe oben) wieder in die Taschenlampe ein. Ein Stromfluss wird hergestellt, indem der Minuspol des Batterieelements mit dem Gehäuse der Taschenlampe verbunden wird. Um den Strom zu messen, muss diese Verbindung via Multimeter und Messspitzen erfolgen. Daher kontaktiert man mit der schwarzen Spitze den Minuspol des Batterieelements. Mit der roten Spitze berührt man dann das Gehäuse der LED-Taschenlampe. Nun fließt ein Strom und die Lampe muss leuchten (man erkennt das Leuchten innerhalb des Taschenlampen-Gehäuses).

Ablesen des Stroms.

Strom-Bestimmung mit Multimeter.

Der gemessene Strom liegt hier bei 76 mA. Zusammen mit der Spannung von 4,3 Volt ergibt dies eine Leistung von 76 mA * 4,3 Volt = 327 Milliwatt. Somit kann auch der Stromverbrauch durch zwei Messungen mit einem Multimeter erfasst werden.


Widerstand messen

Ebenfalls auf nahezu jedem Multimeter vorhanden ist eine Funktion zum Bestimmen des Widerstands. Man wählt den passenden Messbereich und hält die beiden Messspitzen an den zu bestimmenden Widerstand. Das Multimeter verfügt intern über eine Batterie und Stromquelle. Es wird ein geringer Strom (oft im Datenblatt angegeben) eingeprägt und die abfallende Spannung im Multimeter gemessen.


Durchgangsprüfung / Diodentest

Billige Multimeter haben keine extra Durchgangsprüfung. Mit solchen Geräten stellt man den Messmodus auf 'Widerstand' und wählt den kleinsten Messbereich. Bei der Durchgangsprüfung sollte das Gerät dann einen sehr geringen Widerstand im Bereich weniger Ohm anzeigen.

Bessere Geräte haben einen extra Durchgangsprüfer mit einem Piepton. Häufig ist dieses Feld im Bereich der Widerstandsmessung untergebracht. Intern arbeitet es wie die Widerstandsmessung. Erfasst das Multimeter einen sehr geringen Widerstand (die Schwelle ist häufig im Handbuch angegeben), erzeugt es einen Piepton und man hat Gewissheit, dass ein Kontakt besteht. Der Multimeter-Test für Dioden basiert in der Regel auch auf der Durchgangsprüfung. Mehr Infos gibt es hier in einem kurzen Video.


Temperatur messen

Einige Multimeter bieten die Option, mittels eines Temperaturfühlers auch die Temperatur zu erfassen. Temperaturfühler basieren häufig auf dem Prinzip des Widerstandsthermometer . Dabei handelt es sich um Widerstände, die ihren Wert über der Temperatur ändern. Zusammen mit einer Kalibrierung bzw. bekanntem Temperaturverhalten lassen sich so Temperaturen erfassen. Man unterscheidet hier noch zwischen Heißleitern und Kaltleitern. Heißleiter verringern ihren Widerstand bei Temperaturerhöhung. Kaltleiter erhöhen ihren Widerstand proportional zur Temperatur. Häufig verwendet werden Platin-basierte Kaltleiter. Die Widerstandsänderung ist in erster Näherung proportional zur Temperatur plus dem Quadrat der Temperatur. Über die bekannten Materialeigenschaften kann über die Widerstandsmessung auf die Temperatur zurückgeschlossen werden. Im T-Messmodus des Multimeters erfolgt dies transparent für den Anwender.


Kapazität messen

Es gibt Multimeter, die Kapazitäten von Kondensatoren testen können. Das Multimeter misst dazu die Lade- und Entladezeit des angeschlossenen Kondensators durch die interne Stromquelle des Multimeters. Technisch gesehen gibt es dazu verschiedene Möglichkeiten, sei es durch die Aufladezeit oder durch frequenzbasierte Verfahren (Blindwiderstandsmessung). Typische Messbereiche liegen zwischen 200µF und 20nF.


Induktivität messen

Analog zur Kapazität gib es Multimeter, mit denen man auch Spulen ausmessen kann. Diese Funktion ist eher selten anzutreffen. Auch hier nutzt das Multimeter die Eigenschaften des Bauteils unter dynamischer Last. Typische Messbereiche liegen zwischen 20H und 2mH.


Frequenzmessung / Transistortest

Die Messung von Frequenzen ist ebenfalls in einigen Multimetern möglich. Die Funktion beschränkt sich auf grundlegende Signalformen (meistens Sinus). Für genauere Analysen empfiehlt sich hier eher ein Oszilloskop. Manche Multimtert verfügen über einen Test für Transistoren, der meistens auf Bipolartransistoren beschränkt ist und deren Dioden ausmessen kann.


Genauigkeit

Ein wichtiger Parameter bei der Auswahl eines Multimeters ist die Genauigkeit. Sie ist in der Regel im Handbuch spezifiziert und auch in dem obigen Multimeter Test angegeben. Die Genauigkeit ist sowohl von der anliegenden Messgröße als auch vom gewählten Messbereich abhängig. Die Abhängigkeit vom Messwert wird in Prozent angegeben, die Abhängigkeit vom Messbereich in Counts.

Beispiel:

Es liegt eine Spannung von 140 mV an dem Multimeter an. Das Multimeter ist auf den Messbereich 200mV eingestellt und hat eine Auflösung von 2000 Counts. Laut Datenblatt (hier des Holdpeak-Multimeters) gilt für diesen Messbereich eine Genauigkeit von ±(0,5% + 8 Counts). Die 0,5% beziehen sich auf die anliegende Spannung. 0,5% von 140 Millivolt sind 0,7mV.

Dazu addiert sich eine Ungenauigkeit von 8 Counts bezogen auf den Messbereich von 200mV. Das Messgerät hat laut obigen Multimeter Test eine Auflösung von 2000 Counts. 200mV / 2000 Counts macht eine Auflösung von 0,1mV in diesem Messbereich. Es ergibt sich damit eine Ungenauigkeit von insgesamt ±(0,7mV + 8*0,1mV) = ±1,5mV. Bei der Messung mit dem Multimeter kann man also eine angezeigte Spannung im Bereich von 138,5mV bis 141,5mV erwarten.

Stellt man nun den Messbereich auf 2V, gilt laut Datenblatt eine Genauigkeit von ±(0,5% + 8 Counts). Allerdings beziehen sich die 8 Counts jetzt auf 2V Messbereich. 2V/2000 = 1mV, damit gilt eine Genauigkeit von ±(0,7mV + 8*1mV)= ±8,7mV. Wählt man also den falschen Messbereich, ist die Schwankung des Messwerts deutlich größer. Aus diesem Grund sollte man immer den nächst höheren Messbereich wählen.

Kleinere Genauigkeitswerte (sowohl in Prozent als auch die Counts) sind generell zu bevorzugen.

Erklärung und Funktionsweise des Multimeters

Im folgenden Abschnitt wird genauer erläutert, wie ein Multimeter arbeitet. Das Funktionsprinzip wird anschaulich an einem Analogmultimeter bzw. Drehspulinstrument erläutert, um dann auf Digitalmultimeter einzugehen.

Funktionsprinzip

Messprinzip Strom messen mit analogem Multimeter.

Strom-Messung mit einem analogen Multimeter. Eine Spule im Drehspulmesswerk ist drehbar innerhalb eines Permanentmagneten gelagert. Durch eine Feder wird der Zeiger auf die Nullposition gestellt. Ein Strom führt nun zu einer Gegenkraft, die den Zeiger dreht.

Klassischerweise wurden früher sogenannte Drehspulinstrumente eingesetzt, heute auch als analoge Multimeter bekannt. Bei dieser Bauart wird prinzipiell nur Strom gemessen. Das Drehspulinstrument bzw. das analoge Multimeter wird in den Stromkreis an der Stelle integriert, an der der Strom gemessen werden soll. In dem Drehspulinstrument ist eine Spule auf einer drehbaren Achse gelagert, die durch eine Feder auf der Nullposition gehalten wird. Zudem ist die Spule innerhalb eines Permanentmagneten gehalten. Wird das Drehspulmesswerk nun bestromt, fließt ein Strom durch die Spule und erzeugt innerhalb des Magneten eine Lorentzkraft (wie bei einem DC-Elektromotor). Die Kraft wirkt der Rückstellfeder entgegen. Je größer der Strom, desto größer ist die Kraft auf den Zeiger. Es stellt sich ein Gleichgewicht zwischen dem Zeiger und der Feder ein. Auf der Skala des Messgeräts kann man dann ablesen, welchem Strom dieses Gleichgewicht entspricht.

Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn die Skala des Messgeräts entsprechend geeicht wurde. Die Eichung der Skala hängt von dem Design der Spule, der Rückstellkraft der Feder, der Stärke des Permanentmagneten und weiteren Faktoren ab. Die Kalibrierung eines solchen Instruments erfolgt durch den Hersteller. Wichtig ist an dieser Stelle nur zu wissen, dass der Auslenkungswinkel des Zeigers proportional zum eingespeisten Strom ist. Folgendes Video verdeutlich nochmals das Funktionsprinzip.

Daneben gibt es noch zu beachten, dass das Instrument auch einen Innenwiderstand hat. Sowohl die Spule hat einen endlichen Widerstand und es gibt in der Regel einen Vorwiderstand innerhalb des Drehspulinstruments. Dieser Vorwiderstand reduziert die Temperaturabhängigkeit der Messung.


Messprinzip Spannung messen mit analogem Multimeter.

Spannungsmessung über den Strom des Vor- und Innenwiderstandes.

Mit einem Multimeter lässt sich natürlich auch die Spannung Messung. Handelt es sich um ein analoges Multimeter, so lässt sich das Messprinzip auf die Strommessung oben zurückführen. Die zu messende Spannung löst über den Vorwiderstand und den Innenwiderstand einen Strom aus, der gemessen werden kann. Ist der Vor- und Innenwiderstand bekannt, kann man daraus auf die zu messende Spannung schließen.


Analoges Multimeter

Spannung messen mit analogem Multimeter.

Spannungsmessung mit einem analogen Multimeter. Der Drehschalter des Multimeters koppelt den passenden Ausgang auf die Messspitze.

Wie arbeitet nun ein analoges Multimeter? Durch eine geschickte Verschaltung von Vorwiderständen lässt sich sowohl Spannung als auch Strom in verschiedenen Größenordnungen messen. Ein (analoges) Multimeter hat in der Mitte einen Drehschalter. Um den Drehschalter herum ist eine Reihenschaltung von Widerständen ausgeführt, die im Bereich weniger Ohm bis einige Megaohm liegen. Je nach Messbereich koppelt nun der Drehschalter des Messgeräts einen Widerstand auf die Messspitze aus. Der Strom fließt dann über die gewählte Spannungsteilerkette und das Drehspulinstrument. Mit diesem einfachen Trick lassen sich verschiedene Größenordnungen von Messbereichen adressieren. Man erkennt allerdings auch, dass der höchste Messbereich mit der längsten Widerstandskette das höchste Rauschen haben wird.

Das Messprinzip funktioniert auch für eine Strommessung. Über der Widerstandskette fällt ein Strom ab, der nach dem ohmschen Gesetz eine Spannung bedingt. Dieser fällt dann wiederum über dem Drehzeiger samt Vorwiderstand ab und führt dort zu einem Stromfluss und Messausschlag. Wechselströme und Wechselspannungen werden über einen Gleichrichter in Gleichstrom bzw. Gleichspannung gewandelt und erfasst. Solch ein Analogmultimeter kann durch eine interne Stromquelle auch Widerstände erfassen.


Digitales Multimeter

Digitalmultimeter

Digitales Multimeter.

Digitalmultimeter arbeiten nicht mit Drehspulinstrumenten sondern mit Analog-Digitalwandlern. Die Geräte arbeiten daher anders als die analogen Geräte, obgleich die Prinzipen des vorherigen Abschnitts auch hier angewendet werden können.

Analog Digitalwandler basieren in der Regel auf Operationsverstärkern, die als Integrator und Komparator zusammengeschaltet sind. Dabei wird die zu messende Spannung so lange integriert, bis eine vorgegebene Referenzspannung erreicht ist (Single-Slope-ADC). Die Zeitdauer bis zur Erreichung der Referenzspannung ist proportional zur zu messenden Spannung. Die Zeitdauer wird digital erfasst und mit entsprechender Elektronik umgerechnet. In der Praxis kommen aufwendigere Dual-Slope Verfahren zum Einsatz, die jedoch genauer sind.

Digitalmultimeter stellen die Ergebnisse in der Regel auf einem LCD-Display dar. Einfache Handgeräte erlauben eine schnelle Messung vor Ort, bessere Tischgeräte bieten erweiterte Möglichkeiten. So lassen sich dort häufig die Daten auf einen PC transportieren oder auch im internen Speicher des Geräts puffern. Die beliebtesten digitalen Hand- und Tischmultimeter für zahlreiche Anwendungszwecke sind hier im Vergleich aufgelistet.

Digitale Multimeter - Tests und Empfehlungen:

Voltcraft VC 11
Voltcraft VC 11
  • Handmultimeter
  • Cat III 250V
  • Spannung / Strom / Widerstand / Batterietest / Signalgenerator

Gesamtbewertung
 
 

Dieses günstige Einsteigermodell von Voltcraft ist ein kompakter Alleskönner zum kleinen Preis. Im Messmodus Spannung wird eine Gleichspannung mit den Messbereichen 200mV bis 250V gemessen. Die Genauigkeit liegt bei bis zu +- 1,5 % des Messbereichs. Im Modus Wechselspannung liegt der Messbereich zwischen 200 und 250V, ist also für Messungen der Netzspannung ausgelegt. Gleichstrom kann mit dem Drehschalter im Messbereich 2mA bis 200mA mit bis zu +-2,5 % Genauigkeit gemessen werden. Widerstände können mit den Messbereichen zwischen 200 Ohm und 2MOhm erfasst werden. Das Gerät arbeitet zudem als Batterietester und Diodentester. Als Besonderheit erlaubt das Multimeter die Ausgabe einer Rechteck-Frequenz mit 65 Hz und 3Vpp. Damit lassen sich Audio-Schaltungen einfach testen.
Hama EM393b
Hama EM393b
  • Handmultimeter
  • Cat II 250V
  • Spannung / Strom / Widerstand / Diodenprüfer / Signalgenerator

Gesamtbewertung
 
 

Das EM393B Multimeter von Hama ist ein günstiges Einsteigermodell und für Kleinspannungen bestens geeignet. Es erlaubt die Messung von Gleichspannung im Messbereich von 200mV bis 250V, Wechselspannung kann bis 250V gemessen werden. Das Multimeter ist mit einer 250mA 250V-Sicherung abgesichert und wird mit einer 9V-Batterie betrieben. Der Messbereich wird klassisch über ein Drehrad eingestellt. Prüfkabel und Batterie sind im Set enthalten. Dieses Multimeter verfügt ebenfalls über einen integrierten Rechteckgenerator zum Test einfacher Schaltungen.
Holdpeak HP-760B
Holdpeak HP-760B
  • Handmultimeter
  • Cat III 1000V
  • Spannung / Strom / Widerstand / Kapazität / Frequenz / Temperatur / Diodentest

Gesamtbewertung
 
 

HoldPeak bietet hier ein umfangreiches Multimeter mit zahlreichen Funktionen. Das Digitalmultimeter misst Gleich- und Wechselstrom, Gleich- und Wechselspannung, Widerstände, Kapazitäten, Frequenzen und testet Transistoren und Dioden. Zudem kann es die Temperatur über einen Messfühler messen. Der Gleichspannungsbereich liegt zwischen 200mV und 1kV, der Wechselspannungsbereich kann zwischen 2V und 700V gewählt werden. Ströme können im Messbereich zwischen 2mA und 20A erfasst werden. Bei 2mA-Messbereich kann man mit einer Auflösung von einem Mikroampere messen. Die Genauigkeit liegt in diesem Messmodus dann bei 1% des Messwerts plus 8 Counts. Gängige Kapazitäten erfasst das Messgerät im Nanofarad bis Mikrofarad-Bereich. Der mitgelieferte Temperatursensor arbeitet zwischen -5 und 250 Grad Celsius. Zum Betrieb wird eine 9V-Batterie benötigt.
Voltcraft VC 155
Voltcraft VC 155
  • Handmultimeter
  • Cat III 600V
  • Spannung / Strom / Widerstand / Temperatur / Diodentest / Taschenlampe

Gesamtbewertung
 
 

Dieser Allrounder von Voltcraft hat zahlreiche Messfunktionen. Mit an Board sind natürlich Strom- und Spannungsmessung von Gleich- und Wechselstrom. DC-Spannung kann im Messbereich zwischen 200mV und 600V eingestellt werden. Die Auflösung liegt im kleinsten Messbereich bei 0,1 mV. AC-Spannung hat Messbereiche von 200 und 600V bei 0,1V bzw. 1V Auflösung. Gleichstrom kann zwischen 2mA und 10A eingestellt werden. Damit lassen sich Ströme zwischen wenigen µA und 10 A erfassen. Wie in dieser Preisklasse üblich ist eine Messfunktion von Widerständen dabei. Ein K-Typ Thermofühler erlaubt die Temperaturmessung. Der Temperaturmessbereich am Multimeter kann zwischen -40 und +1000 Grad eingestellt werden. Als Besonderheit hat das Gerät eine Taschenlampenfunktion und einen berührungslosen Spannungstest zum Finden von Stromleitungen. Das Gerät ist als Kategorie III spezifiziert und damit für Messungen in der Gebäudeinstallation geeignet.
Voltcraft VC 175
Voltcraft VC 175
  • Handmultimeter
  • Cat III 600V
  • Spannung / Strom / Widerstand / Kapazität / Frequenz / Diodentest / Spannungssucher

Gesamtbewertung
 
 

Wie auch der kleinere Bruder VC155 hat dieses Modell alle grundlegenden Funktionen. Spannungsmessung, Strommessung, Widerstände, etc. sind mit gleicher Spezifikation vorhanden wie beim VC155. Darüber hinaus hat dieses Gerät die Möglichkeit, Kapazitäten zu messen. Der Messbereich kann zwischen 40nF und 100µF gewählt werden. Darüber hinaus erlaubt das Handmultimeter die Messung von Frequenzen von 10 Hz bis 10 MHz mit guter Genauigkeit. Wie auch beim Modell oben hat das Multimeter eine Taschenlampenfunktion und eine berührungslose Spannungsmessung.
Unitrend UT 803
Unitrend UT 803
  • Tischmultimeter
  • Cat II 1000V
  • Spannung / Strom / Widerstand / Kapazität / Frequenz / Temperatur / Transistortest / weitere

Gesamtbewertung
 
 

Das Tischmultimeter von Uni-T ist ein günstiges Einsteigergerät mit ordentlichem Funktionsumfang und Schnittstellen. Das Gerät erfasst AC/DC Spannungen und Ströme. Die Messbereiche DC und AC liegen zwischen 6 und 600 Volt. Für die Strommessung liegen die Messbereiche zwischen 6mA und 10 A. In Sachen Widerstandsmessungen kann zwischen 600 Ohm und 60 MOhm gewählt werden. Ebenfalls erlaubt das Gerät die Erfassung von Temperaturen, der Kapazität von Kondensatoren sowie einer Frequenz zwischen 6 kHz und 60 MHz. Weitere Funktionen sind Durchgangstest und Diodentest. Das Gerät kann sogar per Batterie betrieben werden. Im Lieferumfang sind Messleitung, Temperaturfühler und ein RS232 sowie USB-Kabel enthalten. Eine passende Software erlaubt die Datenerfassung.
Voltcraft VC611BT
Voltcraft VC611BT
  • Tischmultimeter
  • Cat II 600V
  • Spannung / Strom / Widerstand / Kapazität / Frequenz / Temperatur / weitere

Gesamtbewertung
 
 

Das VC611BT ist ein Tischmultimeter vom Hersteller Voltcraft. Das Gerät erfasst Spannungen bis 600V und ist ein Cat II Messgerät. Das Tischmultimeter erfasst Spannungen ab 0,1mV bis hin zu 600V. Der Strommessbereich liegt zwischen 600µA und 10A. Natürlich können auch Widerstände zwischen wenigen Ohm und 60MOhm gemessen werden, Frequenzen im Bereich von 1 Hz bis 60 MHz erfasst werden sowie Kapazitäten mit Messbereichen weniger nF-6mF analysiert werden. Weitere Funktionen des Tischmultimeters sind ein akustischer Durchgangsprüfer, ein Diodentest, eine Min/Max Hold-Funktion, Auto-Range des Messmodus und weitere Features. Der beigelegte Temperaturfühler kann im Bereich von -40 bis +400 Grad Celsius eingesetzt werden. Das Tischmultimeter kann mit Batterien betrieben werden. Im Lieferumfang sind Netzkabel, Messleitungen, 2 Krokoklemmen sowie der Temperaturfühler enthalten.


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